Heute

4 Züge verkehren wochentags pro Stunde zwischen Groß Karben und Frankfurt. Bis nach Friedberg fahren 2 Züge pro Stunde, in der Hauptverkehrszeit auch mehr. Da S-Bahn-, Regional-, Fern- und Güterzüge zwischen Friedberg und Frankfurt West die gleichen Gleise benutzen, behindern sich die langsamen und schnellen Züge gegenseitig.

Mit Folgen für die S-Bahn: Sie wird, sobald ein schneller Zug Vorrang hat, „an die Seite gestellt“ und muss den schnellen Zug passieren lassen. Hat ein schneller Zug Verspätung, überträgt sich diese auch auf die S-Bahn - aber auch umgekehrt. Hat die S-Bahn auf der Strecke eine Verspätung, wird ein schnellerer Zug häufig behindert.

Damit die S-Bahn trotzdem pünktlich in den Frankfurter Innenstadttunnel einfahren kann, sind im Fahrplan Verspätungspuffer eingebaut. Am Frankfurter Westbahnhof warten die S-Bahnen bis zu 7 Minuten, bis sie in den "sauberen" 15-Minuten-Takt einfädeln können. Wenn diese Pufferzeit nicht ausreichen sollte, überträgt sich die Verspätung dann auf das gesamte S-Bahn-Netz. 

In der Hauptverkehrszeit, wenn außer der S-Bahn auch viele Regionalzüge fahren, ist es fast unmöglich, eine S-Bahn ohne Überholung von Friedberg nach Frankfurt zu fahren. Dementsprechend schlecht merkbar ist der Fahrplan: Während im Frankfurter Stadtgebiet noch ein sauberer 15-Minuten-Takt gefahren wird, werden die Taktzeiten im Umland immer unregelmäßiger. So kommt in Nieder Wöllstadt einmal schon nach 7 Minuten die nächste S-Bahn nach Frankfurt, dann erst wieder nach 28 Minuten.

Generell gilt: Wenn in der Hauptverkehrszeit die meisten Fahrgäste unterwegs sind, ist der S-Bahn-Fahrplan am schlechtesten. Häufige Überholungen, Verspätungen und Fahrzeitpuffer verlängern die Fahrt und machen den ÖPNV unattraktiv.

Nach dem Ausbau

  • Nach dem Ausbau der Main-Weser-Bahn fährt die S-Bahn auf eigenen Gleisen.
  • Unabhängig von Verspätungen der Regional- und Fernzüge verkehrt die S-Bahn bis Friedberg im durchgängigen Viertelstundentakt mit verbesserter Pünktlichkeit.
  • Überholungen und Verspätungspuffer entfallen, sodass sich die Fahrzeit nach Frankfurt um 2 bis 10 Minuten verkürzt.

Meilensteine

  • März 2017: Neues Gutachten bestätigt Wirtschaftlichkeit des viergleisigen Ausbaus
  • Spatenstich 1. Bauabschnitt (Frankfurt West–Bad Vilbel) am 19.12.2017  
  • Erörterungstermin Planfestellungs-verfahren 2. Bauabschnitt (Bad Vilbel-Friedberg) 2017  
  • Baubeginn 2. Bauabschnitt noch offen (abhängig vom Zeitpunkt des Planfeststellungsbeschlusses)  
  • Inbetriebnahme 1. Bauabschnitt Ende 2022 
  • Inbetriebnahme 2. Bauabschnitt derzeit noch offen (nicht vor Ende 2027)
     

Baufortschritte

  • 19.12.2017: Spatenstich 1. Bauabschnitt 
  • Seit Dezember 2016: Ausschreibung für die Hauptbauarbeiten der 1. Baustufe
  • Ende 2016: Inbetriebnahme Gleiswechselbetrieb zwischen Frankfurt West und Frankfurter Berg 
  • 2015/2016: Durchführung Naturschutzmaßnahmen